Matomo - Web Analytics

Nationalpark-Partnerschaft

Seit 2017 sind wir Nationalpark-Partner.

Und was bedeutet das eigentlich so?

Nationalpark

Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer wurde 1985 als dritter Nationalpark in Deutschland
eingerichtet. Mit 4.400 km² ist er der größte Nationalpark zwischen dem Nordkap und Sizilien.
Im Nationalparkgesetz, 1985 vom schleswig-holsteinischen Parlament verabschiedet und 1999 novelliert, sind die
Regeln verankert, die im Nationalpark gelten. Der Nationalpark ist in Schutzzonen aufgeteilt: Schutzzone 1 ist
weitgehend der Natur überlassen, Schutzzone 2 darf eingeschränkt genutzt werden. Völlig unberührt soll nur das
125 km² große „Nutzungsfreie Gebiet“ zwischen den Inseln Sylt und Föhr bleiben. Westlich von Sylt und Amrum
wurde ein Walschutzgebiet eingerichtet, das zur Schutzzone 2 gehört.
In Nationalparken soll sich die Natur so entwickeln können, wie sie es will. "Natur Natur sein lassen" ist das Ziel.
Uns Menschen fällt es mitunter schwer, die Dinge einfach laufen zu lassen - die Natur kann es von Natur aus.
Nationalparke erhalten die Evolution der biologischen Vielfalt. Sie schützen alle Lebewesen, ohne einzelne Arten
besonders zu fördern.
Der Mensch wird aus den Nationalparken nicht ausgesperrt. Im Gegenteil: Überall dort, wo keine Pflanzen oder
Tiere gestört werden, kann und soll er Wildnis erleben. Er kann dort etwas über die Natur lernen, zu ihr und zu
sich selbst finden und seiner Seele Frischluft schenken.
www.nationalpark-wattenmeer.de/sh
Weltnaturerbe Wattenmeer
Die UNESCO, die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation, hat
das deutsche und niederländische Wattenmeer Ende Juni 2009 in die Liste des Welterbes aufgenommen. 2014
wurde das Gebiet um das dänische Wattenmeer erweitert. Damit steht jetzt das gesamte Wattenmeer auf einer
Stufe mit anderen weltberühmten Naturwundern wie dem Grand Canyon in den USA und dem Great Barrier Reef
in Australien, die ebenfalls zum Weltnaturerbe gehören.
Beim Weltnaturerbe Wattenmeer handelt es sich um ein Gebiet von rund 11.500 Quadratkilometern entlang der
Küste mit einer Länge von etwa 500 Kilometern. Das Wattenmeer steht schon seit mehr als einer Generation
unter Schutz. Im deutschen und dänischen Wattenmeer wurden Nationalparks ausgewiesen, in den Niederlanden
Staatliche Naturdenkmale.
Das Wattenmeer wurde unter allen drei angemeldeten Kriterien in die Liste des Welterbes aufgenommen. Damit
ist bestätigt: Unser Wattenmeer besitzt sowohl hinsichtlich der geologischen und ökologischen Prozesse als auch
hinsichtlich seiner Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt eine weltweit herausragende Bedeutung. Es
ist geologisch betrachtet eine sehr junge Landschaft, erst 10.000 Jahre alt, und wird ständig neu geformt von
Wind und Gezeiten. Es zeigt auf einmalige Weise, wie sich Pflanzen und Tiere an die ständig wechselnde
Landschaft anpassen, und es bietet ein Zuhause für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die andernorts selten
geworden sind. Rund 10.000 Arten von einzelligen Organismen und Pilzen bis hin zu höheren Pflanzen und
Tieren leben hier. Am spektakulärsten ist der Vogelzug im Frühjahr und Herbst mit bis zu zwölf Millionen Vögeln,
die eine Rast im Wattenmeer einlegen.
Weitere Infos zum Weltnaturerbe Wattenmeer, Stories, Textbausteine und Fotos zur freien Nutzung finden Sie
hier.
www.weltnaturerbe-wattenmeer.de

Biosphärenreservat

Biosphärenreservate sind von der UNESCO anerkannte Modellregionen, in denen erprobt wird, wie der Mensch
in gewachsenen Kulturlandschaften auch heute noch nachhaltig wirtschaften und gut leben kann.
Das Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer wurde 1990 eingerichtet. Es erstreckt sich über
4.431 km² von der dänischen Grenze bis zur Elbmündung. Zunächst bestand es aus zwei Zonen: der Kernzone
(1.570 km²) und der Pufferzone (2.840 km²). Sie entsprechen den Zonen 1 und 2 des Nationalparks SchleswigHolsteinisches Wattenmeer. Dort hat die Natur Vorrang, eine eingeschränkte wirtschaftliche Nutzung im Sinne
des Nationalparkgesetzes ist aber zulässig.
2004 kam die Entwicklungszone (21 km²) hinzu. Sie entspricht den fünf großen, bewohnten Halligen im
Wattenmeer: Gröde, Hooge, Langeneß, Nordstrandischmoor und Oland. Seitdem heißt das Gebiet
„Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen“, kurz: Biosphäre Halligen. Die
Bewohnerinnen und Bewohner der nordfriesischen Halligen haben sich dafür entschieden, Entwicklungszone zu
werden, da sie hierin eine Perspektive für ihre Zukunft in der Region sehen. Sie wollen ihren einzigartigen
Lebensraum so erhalten und entwickeln, dass er für sie und kommende Generationen sicher und lebenswert ist.
Die Halligen in der Entwicklungszone des Biosphärenreservates sind ganzjährig bewohnt. Hier wird nachhaltig
gelebt und gewirtschaftet. Über Jahrhunderte waren die Halligbewohner auf die Nahrung angewiesen, die sie aus
dem Meer holen oder auf dem kargen Boden anpflanzen konnten. Heute leben die Menschen vom Tourismus,
arbeiten im Küstenschutz, um die Halligen zu pflegen und zu erhalten, oder sie leben von der
Weideviehwirtschaft.

„Small Five“

Vielleicht kennen Sie den Begriff „The Big Five“ aus den großen Nationalparks Afrikas. Gemeint sind damit
Elefant, Löwe, Nashorn, Büffel und Leopard als Safari-Highlights.
Die werden Sie im Wattenmeer nicht antreffen. Aber auch hier leben Tiere, über die man staunen kann. Man
muss nur ein bisschen genauer hinschauen, weil sie im Vergleich zu den Riesen der afrikanischen Savanne sehr
klein sind. Fünf typische Arten mit einer spannenden Lebensgeschichte, das sind unsere „Small Five“: Wattwurm,
Herzmuschel, Strandkrabbe, Wattschnecke und Nordseegarnele. Sie sind angepasst an Überflutung und
Trockenfallen, sie ertragen Salzwasser und Regenschauer, überdauern bei Frost und sommerlicher Hitze, und sie
widersetzen sich erfolgreich einer Armada hungriger Fressfeinde.
Im Wattenmeer wechseln sich Ebbe und Flut alle sechs Stunden ab. Eben noch Lebensraum für Fische und
Seehunde, stochern wenig später auf derselben Fläche unzählige Watvögel nach Nahrung. Es muss wohl ein
attraktives Nahrungsangebot geben. Und die „Small Five“ spielen eine wichtige Rolle dabei.
Erleben Sie das Naturphänomen Wattenmeer und die „Small Five“ in Begleitung von erfahrenen
Nationalparkführer:innen oder mit den Nationalpark-Betreuer:innen der Naturschutz-Verbände. Exkursionen zu
den „Small Five“ des Wattenmeeres finden an vielen Stellen im Nationalpark statt. Konkrete Termine mit weiteren
Informationen finden Sie in den Nationalparkhäusern und Tourist-Informationen oder im Naturerlebnisfinder.

„Big Five“

Doch auch im Wattenmeer lassen sich große Tiere beobachten, oft aus unmittelbarer Nähe: Unsere „Big Five“. Zu
ihnen zählen die drei Säugetierarten Seehund, Kegelrobbe und Schweinswal, der Seeadler als größter Vogel und
der Stör als größter Fisch. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten wurden in Europa viele große Tiere intensiv gejagt,
einige Arten sogar gänzlich ausgerottet. Im Wattenmeer haben Seehund und Schweinswal bis heute überlebt.
Kegelrobbe und Seeadler waren ausgerottet, wanderten aber aus anderen Regionen wieder ein. Nur der Stör ist
bis heute bei uns ausgestorben.
Seehunde sind ein „Muss“ in jedem Nordsee-Urlaub. Von vielen Hafenorten starten Ausflugsschiffe unserer
Nationalpark-Partner-Reedereien zu Beobachtungsfahrten. Fahrten zu den seltenen Kegelrobben auf den
Knobsänden vor Amrum werden in Hörnum/Sylt angeboten. Und mit ein bisschen Glück und Ausdauer gelingt
dabei auch eine Walbeobachtung. Konkrete Termine zu den Seehundfahrten finden Sie in den NationalparkHäusern, den Tourist-Infos oder im „Naturerlebnisfinder“ unter: www.nordsee-naturerlebnis.de
Seehunde und Kegelrobben lassen sich hinter dem Deich beobachten: in der Seehundstation Friedrichskoog
(beide Arten) und im Westküstenpark St. Peter-Ording (Seehunde).
Seeadler sind noch immer selten, aber mit etwas Glück am Wattenmeer ganzjährig zu beobachten. Gute
Chancen bestehen im Rickelsbüller und im Beltringharder Koog, im Mündungsgebiet der Eider und im
Dithmarscher Speicherkoog.
Zum Stör erfahren Sie alles Wissenswerte im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum in Tönning. In den
großen Aquarien lassen sich die Tiere in aller Ruhe beobachten.
www.multimar-wattforum.de

„Flying Five“

Das Wattenmeer ist berühmt für seinen Vogelreichtum. Über 10 Millionen Wat- und Wasservögel nutzen es im
Laufe eines Jahres. Ein Teil brütet auch hier am Watt, die Brutplätze der meisten Arten liegen aber in den
arktischen Tundren von Sibirien bis Grönland. Für sie ist das Watt eine „Tankstelle“ aus Würmern, Muscheln und
Krebsen, in der sie sich die nötigen Fettreserven für bis zu 5.000 km weite Zugstrecken zwischen den Brut- und
Rastgebieten anfuttern. Fünf besonders typische Vogelarten im Nationalpark, das sind unsere „Flying Five“:
Alpenstrandläufer, Brandgans, Austernfischer, Silbermöwe und Ringelgans.
Viele Wat- und Wasservögel kommen zu uns, um vom Nahrungsreichtum des Wattenmeeres zu profitieren. Bei
Hochwasser rasten sie in großen Schwärmen auf den Salzwiesen oder vorgelagerten Sandbänken. Ausgerüstet
mit Fernglas und Spektiv zeigen Ihnen unsere Ranger und Nationalpark-Betreuer die ornithologischen
Kostbarkeiten in voller Lebensgröße, oft auch seltene und bedrohte Arten. Vielleicht entdecken Sie Vögel, die Sie
noch nie in ihrem Leben beobachten konnten. Aktuelle Berichte aus der Vogelzugforschung lassen erahnen, zu
welch unglaublichen Höchstleistungen unsere Weltenbummler fähig sind. Die Vögel und ihre Wanderungen
verdeutlichen wohl am anschaulichsten die Bedeutung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe. Lassen Sie sich
vom einzigartigen Schauspiel der großen Vogelschwärme faszinieren.
Exkursionen zu den „Flying Five“ des Wattenmeeres finden an vielen Stellen im Nationalpark statt. Konkrete
Termine mit weiteren Infos finden Sie in den Nationalpark-Häusern und Tourist-Infos oder im „Naturerlebnisfinder
“.
www.nordsee-naturerlebnis.de
Nationalpark-Partner

Zum Nationalpark gehören neben Naturschutz auch Erholung und Naturerlebnis: Sie können hier Ihren Urlaub
genießen und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun.
Die Nationalpark-Partner haben einen engen Bezug zum Nationalpark und das Ziel, die faszinierende
Wattenmeernatur zu schützen. Sie kommen aus den Sparten Übernachten, Kulinarisches, Ausflüge,
Ausstellungen, Tourismus-Service, Naturschutz, Reise, Rad und Bahn und arbeiten eng mit der
Nationalparkverwaltung zusammen. Die ausgezeichneten Betriebe und Verbände halten sich an strenge
Umweltkriterien und leisten damit ihren Beitrag zum Erhalt des Wattenmeeres. Ein unabhängiger Vergaberat
entscheidet über die Aufnahme neuer Partner.
Die Nationalpark-Partner sind mit dem Nationalpark und seinen Zielen verbunden. Wir heißen Sie herzlich
willkommen, diese außergewöhnliche Landschaft zu erleben und informieren Sie gerne über unseren
Nationalpark Wattenmeer.
Nationalpark-Partnerschaften werden seit 2003 im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer vergeben.
Seitdem wurde das Projekt stetig weiterentwickelt und sein Bekanntheitsgrad gesteigert. Mittlerweile gibt es
bereits über 190 Nationalpark-Partner, und die Nachfrage steigt stetig an